Aktuelles

 

Online-Veranstaltung 

Reden über Nahost Sachlich und Sensibel

 

Ist der Konflikt in Nahost ein religiöser Konflikt? Kann man im Zuge der aktuellen Debatte von „importiertem Antisemitismus“ sprechen? Welche Rolle spielen wir muslimische Studierende in Deutschland? 

Auf diese und weitere Fragen suchen wir am Donnerstag ab 19 Uhr mit den folgenden Referent*innen Antworten:

Ayşe Cindilkaya (Dipl. Politikwissenschaftlerin und wissenschaftliche Referentin),

Dr. Michael Blume (Religionswissenschaftler und Beauftragter gegen Antisemitismus des Landes Baden-Württemberg),

Prof. Dr. Johannes Becke (Dozent der Israel- und Nahoststudien an der Hochschule für jüdische Studien Heidelberg) und

Tom Würdemann (M.A. Historiker) als Moderator

 

Zugangsdaten zur Veranstaltung:

Link: https://us02web.zoom.us/j/89475676469

Meeting-ID: 894 7567 6469

 

Veranstalter: MHG Mannheim – Muslimische Hochschulgruppe e.V.

Kooperationspartner: 

Fachschaft Islamwissenschaft Universität Heidelberg

Hochschule für jüdische Studien Heidelberg

JUMED i.E.

Muslimische Hochschulgruppe Mainz

Muslimische Studierendengruppe Heidelberg e.V. 

Rat muslimischer Studierender & Akademiker e.V.

Teilseiend e.V. | Muslimische Akademie Heidelberg i.G. 

 

 

 

 

 

 

 

Wir lassen uns nicht trennen – ein offener Brief

Wir als jüdische, muslimische, jüdisch-muslimische Organisationen, Initiativen und
Bündnisse, sowie Einrichtungen, die Räume für jüdisch-muslimische Begegnung
geschaffen haben, schreiben diesen Offenen Brief, weil wir nicht hinnehmen, dass
der Konflikt im Nahen Osten unser Zusammenleben und unsere politische und
kulturelle Arbeit in Deutschland zerstört.
Wir haben in den letzten Jahren, unter schwierigen Bedingungen und in komplexen
Prozessen, vielfältige Allianzen, Bündnisse und Netzwerke zwischen jüdischen und
muslimischen Organisationen, Communities und Individuen aufgebaut, die wir gegen
eine neue Welle des Hasses und der Propaganda verteidigen wollen. Denn, wann
immer der Nahost-Konflikt hier ausgetragen wird, leiden auch wir darunter!
Deswegen wollen wir zwei Dinge festhalten:Wir lassen uns nicht trennen – ein offener Brief
Wir als jüdische, muslimische, jüdisch-muslimische Organisationen, Initiativen und
Bündnisse, sowie Einrichtungen, die Räume für jüdisch-muslimische Begegnung
geschaffen haben, schreiben diesen Offenen Brief, weil wir nicht hinnehmen, dass
der Konflikt im Nahen Osten unser Zusammenleben und unsere politische und
kulturelle Arbeit in Deutschland zerstört.

Wir haben in den letzten Jahren, unter schwierigen Bedingungen und in komplexen Prozessen, vielfältige Allianzen, Bündnisse und Netzwerke zwischen jüdischen und muslimischen Organisationen, Communities und Individuen aufgebaut, die wir gegen eine neue Welle des Hasses und der Propaganda verteidigen wollen. Denn, wann immer der Nahost-Konflikt hier ausgetragen wird, leiden auch wir darunter!

Deswegen wollen wir zwei Dinge festhalten:

1.) Wir verurteilen Antisemitismus und anti-muslimischen Rassismus

Wir verurteilen jede Art von Antisemitismus und anti-muslimischen Rassismus, sowie jede Form von Gewalt und Hass, wie etwa die jüngsten Angriffe auf Synagogen in Bonn oder in Gelsenkirchen. Wir verwahren uns dagegen, dass Jüd:innen und Muslim:innen hierzulande für die Geschehnisse im Nahen Osten verantwortlich gemacht werden, sei es durch physische Gewalt oder
durch entsprechende Darstellungen in den sozialen Medien. Diese Zuschreibung ist Ausdruck von Antisemitismus und anti-muslimischem
Rassismus, die Gegenwart und Zukunft unseres Miteinanders hierzulande gefährden. Genau dagegen richtet sich unsere vielfältige Arbeit seit vielen Jahren. Jüdisch-muslimische Beziehungen sind alles andere als selbstverständlich. Wir haben viel investiert um gegenseitiges Vertrauen aufzubauen, um dadurch auch vor Fragen nicht zurückzuschrecken, die uns gegenseitig irritieren und befremden. Diese Fragen sind mit komplexen historischen Dynamiken verwoben, die Leid und Traumata beinhalten. Wir haben gelernt, Differenzen auszuhalten, auch wenn dies nicht immer leichtfällt. Wir haben auch viele Gemeinsamkeiten entdeckt und Ziele formuliert, wie wir als Jüd:innen und Muslim:innen in Deutschland miteinander leben wollen und können, und was wir im Zusammenleben auch von der Mehrheitsgesellschaft erwarten. Deshalb lassen wir unsere jüdisch-muslimischen Freundschaften, Bündnisse und Allianzen weder für politische Zwecke instrumentalisieren noch auf den Nahost-Konflikt reduzieren.

 

2.) Es muss Raum für unterschiedliche Haltungen zum Nahost-Konflikt geben.

Der Nahost-Konflikt ist ein “Hot Button Issue” jüdisch-muslimischer Beziehungen – dessen sind wir uns bewusst. Dass unterschiedliche
Haltungen zum Nahost-Konflikt bestehen, ist nachvollziehbar. Unsere jeweiligen Perspektiven sind von unterschiedlichen Sozialisationen, Erfahrungen, Wissensbeständen, und Emotionen bestimmt. Dafür muss es in einer offenen, pluralistischen und demokratischen Gesellschaft Raum geben. Mit diesen Differenzen müssen und können wir leben, denn sie bestehen nicht nur zwischen Jüd:innen und Muslim:innen, sondern auch innerhalb verschiedener Gruppen. Wir stellen aber auch fest, dass der Nahost-Konflikt nicht der Regelfall jüdisch-muslimischer Beziehungen ist; er ist keine Notwendigkeit des Muslimisch- oder Jüdischseins, sondern eine spezifische Situation, zu der jede und jeder sich verantwortungsvoll verhalten kann. Wir gehen zudem davon aus, dass der Nahost-Konflikt kein zwingendes Thema jüdisch-muslimischer Beziehungen und Gespräche sein muss. Unsere Arbeit ist von einer Fülle an unterschiedlichsten Themen geprägt, das soll auch so bleiben. Wir lassen unsere Arbeit nicht auf die Nahost-Thematik reduzieren.

#wirlassenunsnichttrennen #wirstehenfüreinanderein #wirbleibenimgespräch

Unterzeichnende Organisationen:
Jüdisch-muslimischer Stammtisch München
Prof. Dr. Bekim Agai – Direktor der AIWG

Heidelberger Bündnis für jüdisch-muslimische Beziehungen
Jüdisch-Muslimischer Gesprächskreis der W. Michael Blumenthal-Akademie des
Jüdischen Museums Berlin
Institut für Deintegration

 

 

 

 

 

 

 

 

ONLINE-VERANSTALTUNG:

Zwischen Allianz und Konkurrenz: Minderheiten und ihre Repräsentation in einer pluralen Demokratie

25. März 2021, 18.00 Uhr

Die Bundesregierung wirbt für den Rechtsstaat und das Versprechen einer pluralen Demokratie. Doch vor allem dort, wo selbstbewusste Minderheiten ihr Recht auf Gleichheit und Freiheit einfordern, kommen diese Versprechen an ihre Grenzen. Debatten um die Rechtssicherheit, gleichberechtigte Teilhabe und Zugehörigkeit von Menschen, die von Diskriminierung betroffen sind, sowie Forderungen nach dem Abbau struktureller und symbolischer Ungleichheiten sind zentrale Herausforderungen unserer postmigrantisch geprägten Bundesrepublik. Wie können gesellschaftliche Minderheitenpositionen erfolgreich Einfluss auf demokratische Prozesse nehmen? Inwieweit können abgrenzende Identitätspolitiken ein Erfolgsmodell sein? Wann braucht es Allianzen, um Ungleichheit und Diskriminierung abzubauen? Nach einem Impulsvortrag des Antisemitismusbeauftragten des Landes Baden-Württemberg, Dr. Michael Blume, werden er und Vertreter*innen der drei bundesweiten Kompetenznetzwerke Antiziganismus, Islam- und Muslimfeindlichkeit und Antisemitismus über diese Fragen sprechen, den Istzustand kritisch reflektieren, aktuelle Herausforderungen diskutieren und gemeinsam mit dem Publikum Zukunftsperspektiven entwickeln.

Die Online-Podiumsdiskussion beginnt mit Grußworten von Frau Bürgermeisterin Stefanie Jansen (Dezernentin für Soziales, Bildung, Familie und Chancengleichheit der Stadt Heidelberg), Romani Rose (Vorsitzender des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma) und Prof. Dr. Frederek Musall (Stellvertretender Rektor, Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg).

 

 

Es diskutieren:

Dr. Michael Blume

(Beauftragter der Landesregierung Baden-Württemberggegen Antisemitismus)

Emran Elmazi

(Bildungsforum gegen Antiziganismus)

Rima Hanano

(Kompetenznetzwerk gegen Islam- und Muslimfeindlichkeit)                                              

Saba-Nur Cheema

(Kompetenznetzwerk Antisemitismus)                   

Moderiert von Canan Topçu (Neue Deutsche Medienmacher*innen)    

 

Den Zoom-Link für die Teilnahme erhalten Sie nach Anmeldung unter http://www.teilseiend.de/anmeldung-zur-veranstaltung/.

Die Veranstaltung findet im Rahmen der „Internationalen Wochen gegen Rassismus 2021“ statt.

 

In Kooperation mit der Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg und dem Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma. Gefördert vom Kompetenznetz Plurales Heidelberg im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie Leben!“.

 

     

 

 

Inklusive Bildung (neu) denken – Bildungsverständnisse aus religiöser und zivilgesellschaftlicher Praxis

 

18. März 2021, 15:30-19:30 Uhr

Die Kooperationsveranstaltung von Minor – Projektkontor für Bildung und Forschung und der Muslimischen Akademie Heidelberg i. G. will sich unter dem Titel „Inklusive Bildung (neu) denken – Bildungsverständnisse aus religiöser und zivilgesellschaftlicher Praxis“ mit dem Bildungsbegriff, den unterschiedlichen Auffassungen dazu sowie den Heraus­forderungen und Leerstellen befassen, die Ungleichheit von Bildungszugängen fördern und einem partizipativeren Verständnis von Bildung damit im Wege stehen. Im Rahmen der Online-Veranstaltung werden verschiedene plurale und interreligiöse Ansätze von Bildungsarbeit aus je unterschiedlichen Bereichen reflektiert und hierbei wird der Blick insbesondere auf die praktischen Erfahrungen von Akteur*innen religiöser, kultureller und/oder ethnischer Minderheiten gerichtet.

 

Auf dem Podium werden über die existierenden Bildungszugänge sowie deren Herausforderungen und Potenziale diskutieren:

 

  1. Puya Bagheri (Leiter der Kreativwerkstatt Outline e.V. in Köln-Chorweiler)
  2. Dr. Mohammed Naved Johari (Imam der Frankfurter Moscheegemeinde Islamische Informations- und Serviceleistungen e.V.)
  3. Mahyar Nicoubin (Referentin der Bundeszentrale für politische Bildung)
  4. Romina Wiegeman (Bildungsreferentin, Trainerin und Beraterin bei der Zentralen Wohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland e.V.)

 

Die anschließenden Workshops werden sich folgenden Themen widmen:

(1) Potenziale und Herausforderungen inklusiv-partizipativer Bildungsarbeit in (inter-)religiösen/kulturellen Settings

Silke Radosh-Hinder (stellvertretende Superintendentin im Evangelischen Kirchenkreis Berlin Stadtmitte)

(2) Leerstellen, Ausschlüsse und Tabus – Herausforderungen in der Bildungsarbeit und wie wir damit umgehen (können)

Hinweis: Dieser Workshop richtet sich an Angehörige religiöser und anderer Minderheiten.

Dženeta Isaković (Bildungsreferentin bei Mosaik Deutschland e.V.)

(3) Wie viel Gendergerechtigkeit verträgt die Gemeinde- bzw. Vereinsarbeit?

Carla Amina Baghajati (Schulamtsleiterin der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich)

 

Die Online-Veranstaltung richtet sich an alle, die ihr Bildungsverständnis mit unterschiedlichen Perspektiven ins Gespräch bringen möchten.

 

Die Teilnahme ist nach einer Anmeldung bis zum 12. März auf der Seite www.teilseiend.de/anmeldung-zur-veranstaltung möglich. Geben Sie dabei bitte an, welchen Workshop Sie besuchen möchten!

Weitere Informationen können Sie dem Flyer entnehmen.

 

Flyer

 

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